
Serbiens Präsident Aleksandar Vučić hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Auf einer Kundgebung seiner Regierungspartei SNS in Belgrad sagte Vučić, er werde nur noch „einige Wochen“ Präsident sein und danach sein Amt niederlegen. Ein genaues Datum nannte er nicht. Offiziell begründete Vučić den Schritt nicht ausführlich. Er sagte lediglich, „nichts sei lebenslang“.
Beobachter sehen die anhaltenden Proteste im Land als wahrscheinlichen Hintergrund der Entscheidung. Seit Monaten kommt es in Serbien zu massiven Anti-Regierungsdemonstrationen und Straßenschlachten. Vor allem Studentenbewegungen werfen der Regierung Korruption und Machtmissbrauch vor und fordern Neuwahlen.
Außenpolitisch gilt Vučić als Balancierer zwischen Brüssel und Moskau. Serbien hält formal am EU-Kurs fest, verweigert aber weiterhin Sanktionen gegen Russland und pflegt enge Beziehungen zu Moskau und Peking.
