
Moskaus preisgekröntes Gulag-Museum ist Geschichte. Was als „Brandschutz-Schließung" im November 2024 begann, entpuppt sich nun als gezielte Geschichtslöschung: An gleicher Stelle entsteht jetzt ein Museum über den „Genozid am sowjetischen Volk" durch die Nazis.
Stalins Terror, die Millionen Toten in den sowjetischen Arbeitslagern oder die Massendeportationen kommen nicht mehr vor.
Der langjährige Museumsdirektor Roman Romanow wurde Anfang 2025 gefeuert, da er sich weigerte, Abschnitte über sowjetische Staatsgewalt zu entfernen. Putin strich ihn daraufhin persönlich aus dem Menschenrechtsrat.
Laut „Moscow Times" stecken der Kreml und der FSB hinter der Entscheidung. Mehrere Inspektionen hatten zuvor keine Brandschutzmängel festgestellt, wie die seit 2022 im niederländischen Exil befindliche Zeitung schreibt.
🗯Der kremlnahe russische Militärhistoriker Jewgeni Norin kritisiert die Geschichtslöschung: „Der nazistische Genozid war real. Aber der Gulag war nicht weniger real und stellte tatsächlich eine massenhafte Schlachtung von Menschen dar. Sowjetischer Bürger, übrigens."
