
Eine Einschätzung von AUF1-Nachrichtenleiter Martin Müller-Mertens
1) Marco Rubio wählte den Tonfall des Diplomaten. Anders als JD Vance 2025 lag die eigentliche Botschaft diesmal zwischen den Zeilen. Zudem sprach Rubio nicht nur als Außenminister, sondern auch als Nationaler Sicherheitsberater.
2) Mit Blick auf Europa wurde Rubio besonders deutlich. 2025 hatte Vance Veränderungen in Europa gefordert. Rubio tat dies nicht. Das bedeutet: Washington akzeptiert, dass die EU ihren innenpolitischen Kurs fortsetzt – also Great Reset und Repressionen gegen die Opposition. Jedoch auf eigene Verantwortung.
3) China und die USA sollten versuchen, ihre oft unterschiedlichen „Interessen bestmöglich zu managen – und Konflikte vermeiden“. Übersetzt heißt das: Washington erkennt Peking als Akteur mit Anspruch auf eine eigene Einflusszone an – verbunden mit dem Prinzip gegenseitiger Zurückhaltung.
4) Innerhalb solcher Einflusszonen gilt die Logik der Machtpolitik: Der Hegemon setzt die Regeln. Rubio formulierte es so: Washington werde nicht länger akzeptieren, dass sich Gegner „hinter abstrakten Begriffen des Völkerrechts verstecken“.
5) Russland und die Ukraine spielten nur eine Nebenrolle. Damit griff Rubio Signale des Kreml auf. Moskaus Schweigen zu Venezuela und Kuba bedeutet: Russland akzeptiert die US-Vorherrschaft in Lateinamerika. Eine eigenen Einflusszone bot Rubio Moskau nicht an, da er das Land nicht für eine Großmacht hält – aber auch nicht für einen Vasallen, dem man Befehle gibt.
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