Bionade-Sieg, FDP-Aus, AfD so lala: Fünf Lehren aus Baden-Württemberg
8.3.2026, 19:30:46


Ein Kommentar von AUF1-Nachrichtenleiter Martin Müller-Mertens

Die Grünen: Wer zum vierten Mal in Folge den Ministerpräsidenten stellt, macht offenbar etwas richtig. Im Übrigen bleibt die Partei eine klientelorientierte Interessenvertreterin der kosmopolitischen Bourgeoisie – also der herrschenden Schicht. Die Grünen bleiben damit eine Partei der Macht. Nach Stuttgart könnte auch in Berlin der Posten des Regierungschefs folgen.

Die AfD: Ein Sieg war das nur im Vergleich zur letzten Landtagswahl. Bei der Bundestagswahl vor einem Jahr schnitten die Blauen besser ab. Pilgerfahrten nach Amerika bringen offenbar keine Wahlerfolge.

Die SPD: Sie setzt ihren Weg in die Bedeutungslosigkeit an der Wahlurne fort – wird sich durch ihre Verflechtung mit Staatsapparat, Verbänden und akademischen Funktionärsschichten jedoch noch eine Zeit lang als Struktur halten können.

Die FDP: Was der SPD einst das Ruhrgebiet war, das war für die „Liberalen“ lange Baden-Württemberg. Hier gehörte die FDP/DVP – wie sie sich traditionsbewusst nannte – zum politischen Inventar. Nun ist damit Schluss – im Südwesten und wohl auch bundesweit. Die Geschichte der FDP neigt sich ihrem Ende zu.

Die CDU: Der Kanzlerwahlverein ist strukturell stabiler als die SPD – das führt in Krisensituationen zu einem deutlich langsameren Niedergang. Zudem sammelt die CDU die nicht-grünen Reste des alten BRD-Establishments. Damit bleibt sie, zumindest vorerst, ein Machtfaktor.

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