
Nach teils gewalttĂ€tigen SchĂŒlerprotesten blieben in Frankreich am Freitag rund 400 Schulen geschlossen, AUF1 berichtete. Betroffen waren Gymnasien im ganzen Land, darunter auch Einrichtungen in Paris und Toulouse. Der Unterricht sollte dort teilweise aus der Ferne stattfinden.
Auslöser der Proteste waren Forderungen nach besseren Bedingungen an den Schulen. Doch aus den zunÀchst friedlichen Protesten entwickelte sich vielerorts Gewalt. Allein am Donnerstag wurden nach Angaben des Innenministeriums fast 2.000 Menschen festgenommen.
Inzwischen ist aus dem SchĂŒlerprotest auch ein politischer Machtkampf geworden. Politiker der linksradikalen Partei âLa France Insoumiseâ unterstĂŒtzen die Protestbewegung. Die französische Regierung wirft LFI wiederum vor, die Unruhen politisch zu instrumentalisieren. Die Partei weist diese VorwĂŒrfe zurĂŒck.
Brisant ist die Entwicklung auch mit Blick auf die PrĂ€sidentschaftswahl im kommenden Jahr. Dabei stellt sich die Frage, ob PrĂ€sident Emmanuel Macron durch die SchulschlieĂungen die Situation anheizen will â um durch Bilder von Unruhen und PolizeieinsĂ€tzen WĂ€hler vom Rassemblement National anzusprechen.
DafĂŒr gibt es ein historisches Vorbild. Im Jahr 2005 hatte der damalige Innenminister Nicolas Sarkozy ethnische Unruhen von Arabern genutzt, um sich als PrĂ€sidentschaftskandidat zu profilieren. Sarkozy wurde spĂ€ter tatsĂ€chlich gewĂ€hlt.
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